Sechs Punkte gegen den Abstieg

Phantoms schlagen mit viel Glück Gießen Golden Dragons 20:15

Von: Michael Wiegand

„Wir hatten Glück“, brachte es Head Coach Andy McMillan auf den Punkt und tatsächlich hatten es die Gießen Golden Dragons im GFL2-Vergleich in der Hand, beim Stand von 15:20 per Touchdown an ihren Gastgebern vorbeizuziehen, die im Spielverlauf zu viele Fehler gemacht und Punkte liegen gelassen hatten, um eineinhalb Minuten vor dem Schlusspfiff schon durchatmen zu können.

Doch als es darauf ankam, war die Defense – lautstark unterstützt durch lärmende Wiesbadener Fans – zur Stelle und agierte im Gegensatz zur Gießener Offense ruhig und abgeklärt. Das 20:15 brachten die Phantoms schließlich über die Runden, da es die Golden Dragons bei sieben Sekunden auf der Uhr und dem dritten Versuch sieben Yards vor der Phantoms-Endzone nicht mehr schafften, ein weiteres Play zu starten.

Zuvor hatten die Phantoms lange geführt: Den ersten Drive des Spiels stoppten die Gießener knapp vor ihrer Endzone und Nico Strahmanns Field-Goal-Versuch misslang ebenso wie nach dem zweiten Drive, den Strahmann selbst mit einer Interception einleitete. So wie sein erster Kick knapp rechts am Tor vorbei flog, verfehlte sein zweiter das Tor links.

Das Quarter wurde beim Stand von 0:0 durch Jeremy Conley beendet, der den zweiten Pass von Gießens Quarterback Carson Williams abfing und sein Team in Position brachte.
Wiesbadens Quarterback Niklas Woelbert führte die Phantoms über das Feld und Cordarious Mann brachte das 6:0 auf’s Scoreboard. 18 Yards überbrückte der pfeilschnelle Runningback.

Die bisherige Schwäche der Phantoms fand eine Fortsetzung, denn wieder misslang ein Zusatzpunkt. Kicker Peter Müller hatte dabei keine Gelegenheit, das Ei zu treten, denn Holder Woelbert disponierte nach einem schwachen Snap um und versuchte eine Conversion… die misslang.

Danach dominierten die Defenses die nächsten elf Minuten, bis ein Snap der Golden Dragons von Kicker Marc Barque nicht unter Kontrolle gebracht und von Jeremy Conley zu einem Safety umgemünzt wurde. Mit 8:0 ging es in die Pause.
Bis Mitte des letzten Quarters blieb das Spiel punktarm. Höhepunkt des dritten Abschnitts war eine Interception der Gäste, die daraufhin mit Ballbesitz ins vierte Quarter gingen.
Knapp fünf Minuten später waren es aber die Phantoms, die ihren Vorsprung auf 14:0 ausbauten. A.J. Springer fing einen Woelbert-Pass, bevor erneut der Snap des PAT zu ungenau war, Woelbert den Ball für Peter Müller nicht aufsetzte und der Conversion-Pass erneut nicht sein Ziel fand.

Innerhalb von nur vier Minuten glichen die Gießener danach nicht nur aus, sondern gingen sogar mit 15:14 in Führung: 4:40 Minuten vor Spielende passte Williams auf Joel Stefanos, der Conversion-Pass fand Erich Heinz und nur 91 Sekunden später hatten die Zuschauer einen zweiten Heinz-Catch gesehen. Diesmal setzten die Dragons die Conversion nicht um und die Phantoms erhielten ein letztes Mal den Ball.

Lange dauerte es nicht, bis Woelbert sein Team bis auf fünf Yards an die Endzone der Gäste herangebracht hatte, und Mann überbrückte die fehlenden Yards durch die Mitte. McMillan setzte auf Risiko, versuchte die Conversion, doch der Pass wurde von der Defense der Gießener abgewehrt.
Das Zittern begann für Wiesbaden, denn in nur 80 Sekunden führte Dragons-Spielmacher Williams die Gäste bis zwei Yards an die Endzone heran. Der nächste Pass wurde nicht gefangen, der zweite Versuch endete in bounce und die Uhr tickte gegen die Gießener, denen es nicht mehr gelang, ihre letzten sieben Sekunden für ein weiteres Play zu nutzen.

Gießen rutschte damit auf 0:2 Spiele ab, Wiesbaden verbesserte sich auf 3:0 Spiele und 6:0 Punkte, die von den Verantwortlichen aber als nicht mehr als sechs Punkte gegen den Abstieg gesehen werden wollen.

Dem pflichtet auch Quarterback Niklas Woelbert bei, der unterstrich, dass sein Team noch viele Baustellen zu bearbeiten habe. „Mich selber eingeschlossen. Ich bin heute wirklich sehr unzufrieden mit meiner Leistung…“
Zumindest bis Sonntag, 15 Uhr, sind die Phantoms nun Tabellenführer der GFL2 Süd. Dann spielt der haushohe Meisterschaftsfavorit Saarland Hurricanes bei den Nürnberg Rams.

Das „Spitzenspiel“ zwischen den Hurricanes und den Phantoms findet anschließend am Samstag, 12. Mai, 16 Uhr, im Saarland statt. Das nächste Heimspiel tragen die Phantoms danach am 26. Mai gegen die Ravensburg Razorbacks aus. Kick-off ist dann um 17 Uhr.

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