Bittere Niederlage gegen Universe

Phantoms verlieren 8:14 und hadern mit der Chancenverwertung.

Von: Thomas Weinsheimer

Patrick Griesheimer brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Eigentlich dürfen wir dieses Spiel niemals verlieren. Doch all das Nachdenken und Reden über verschenkte Möglichkeiten, nicht ausgeschöpftes Potenzial und einem eigentlich dominant geführten Spiel bringt uns nichts, wenn nach 48 Minuten nur acht Punkte auf der Habenseite stehen!“. In der Tat war es eine ebenso seltsame, wie auch für die Phantoms atypische Niederlage in einem kampfbetonten, von unzähligen Flaggen auf beiden Seiten begleiteten Spiel.

Man produzierte dreimal so viel offensiven Raumgewinn wie der Kontrahent aus Frankfurt, hielt diesen gar unter 100 „Total offensive Yards“, ließ mit der Defense nur einen Touchdown zu und lag auch sonst statistisch weit vor den von einer großen Fanschar unterstützten Gästen. Jedoch versäumte man es mal wieder, in den wichtigen Momenten des Spiels den „Sack zuzumachen“ (Griesheimer). Das Gegenteil war der Fall. Immer dann, wenn das Momentum des intensiv geführten Spiels auf Seiten der Phantoms zu sein schien, passierten Missgeschicke gleich in Serie. So wie nach Dennis Kozaks abgefangenen Pass des Frankfurter Spielmachers Donnie Marshall, den er gar bis wenige Yards vor die Frankfurter Endzone zurücktragen konnte. Mit einer 8:7 Führung im Rücken, die große Chance für die Phantoms, den Vorsprung Sekunden vor der Halbzeit auszubauen. Doch statt des fast schon sicheren Touchdowns mussten entsetze Phantoms-Fans mit ansehen, wie eine völlig missglückte Ballübergabe von Guido Reuels an Thomas Hogue zwei Yards vor der Universe-Endzone in den Händen von Universe-Verteidiger Philipp Schöps landete, der den Ball über das gesamte Spielfeld zum 8:14 Pausenrückstand zurücktragen konnte (Extrapunkt Zampach). Ein unfassbarer Schock, auf den Rängen wie auch bei den Spielern auf dem Feld. Dabei ging fast vergessen, dass zuvor schon ein missglückter Snap der Phantoms bei einem Field Goal Versuch weitere Punkte verhinderte.

Das zum Ende hin sehr zerfahrene Spiel begann durchaus sehenswert. Die ersten Frankfurter Angriffsbemühungen wurden von einer hervorragend aufgelegten Wiesbadener Defensive nicht nur meist frühzeitig gestoppt, sondern sogar mit einem Safety bestraft. Kenneth Colbert brachte in Zusammenarbeit mit Rob Schaper-Kotter Universe-Quarterback Donnie Marshall in dessen Endzone zu Fall und die Phantoms führten früh mit 2:0. Die Gäste wussten im zweiten Abschnitt durch ihre einzige gute Angriffsserie im Spiel zu antworten – Marshall bediente Tyler Phillips aus 5 Yards Distanz (Extrapunkt Zampach) – doch Thomas Hoque markierte mit einem fulminanten 45 Yard Lauf die erneute Phantoms-Führung. Zwar scheiterte der anschließende Versuch, die Führung per Conversion auf drei Punkte auszubauen, aber als Dennis Kozak kurz darauf mit seiner Interception den Ball vor der Universe-Endzone platzierte, schien eine deutlichere Führung nur noch Formsache zu sein. Bis zum Wiesbadener Debakel bei der Ballübergabe.

Zunehmend machte sich in der zweiten Halbzeit dann Verunsicherung breit. Auch der Wechsel auf der Quarterback-Position, Brian Chris übernahm für Guido Reuels, brachte nicht den gewünschten Effekt auf Seiten der Phantoms. Zwar funktionierte das Passspiel nun effektiver, doch rechtzeitig vor einem möglichen Erfolg funkten besagte Verunsicherung und Fahrlässigkeit dazwischen. Während die Gäste auch weiterhin mit ihrer Offensive kaum Nennenswertes zustande brachte, dirigierte Brian Chris die Wiesbadener Offense auf die 10 Yard Linie der Universe. Es folgten ein wegen eines „Holdings“ aberkannter Touchdown durch Tyshawn White, eine Strafe wegen unsportlichen Verhaltens, ein weiteres „Holding“ und schließlich ein unvollständiger Pass im vierten und letzten Versuch, aus der einstmals hervorragenden Feldposition Zählbares herauszuschlagen. Es war die vierte und auch letzte Großchance der Phantoms auf Punkte. Beide Defensiv-Reihen hielten anschließend das Spiel unter Kontrolle, die zahlreichen Regelverstöße taten ihr Übriges, dass es vor allem in der zweiten Halbzeit eine äußerst zähe Angelegenheit war, die lediglich vom knappen Spielstand und der daraus resultierenden Spannung lebte.

„Wir hatten genug Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen. Doch wenn man aus vier wirklich guten Chancen nur ein einziges Mal Punkte erzielt, den Gegner mit nur einer guten Feldposition im Spiel aber zu zwei Touchdowns kommen lässt, muss man sich nicht wundern, wenn man mit leeren Händen dasteht“. Griesheimers Schlussworte zu einem Spiel, dass man eigentlich nicht hätte verlieren dürfen. Die Phantoms zeigten, dass es trotzdem geht. 

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