Nervenstark auch in Nürnberg?

Phantoms schlagen Holzgerlingen 20:19 und stehen vor hoher Hürde bei den Rams.

Von: Thomas Weinsheimer

Wenn es eine Konstante in der bisherigen Saison der Phantoms gibt, dann ist es ohne Zweifel die Nervenstärke in engen Spielen. Bereits zum dritten Mal sicherten sich die Mannen von Patrick Griesheimer und Daniel Garcia in den Schlussminuten durch ein ebenso souveränes, wie auch kaltschnäuziges Auftreten wenige Augenblicke vor Spielende den Sieg. Gegen starke Twister aus Holzgerlingen diesmal erneut in Person von Tobias Kreuzer.

Nachdem Kreuzer, der statistisch derzeit treffsicherste Kicker der Republik, bereits gegen Ravensburg mit noch wenigen Sekunden auf der Uhr den Sieg zwischen die Torstangen setzte, traf er auch gegen die Twister aus respektablen 41 Yards Distanz. Knapp zwei Minuten vor Spielende bedeutete dies den hart erarbeiteten 20:19 Erfolg und nicht zuletzt auch Seeelenbalsam für Teamkameraden und Fans nach zwei Niederlagen in Folge.

Nach furiosem Beginn und einer frühen 17:6 Führung geriet der Wiesbadener Motor ins Stottern, die Gäste fanden zurück ins Spiel und erkämpften sich in einem ausgeglichenen Spiel eine 19:17 Führung, die bis zu Kreuzers Kick Bestand hatte.

Thomas Hoque beantwortete die 0:6 Twister-Führung durch Schuster mit einem Highlight-Lauf über 58 Yards zum 7:6 (Extrapunkt Kreuzer), bevor Cassidy Doneff auf Zuspiel von Brian Chris über vier Yards und Toby Kreuzer mit seinem ersten Field Goal des Tages aus 33 Yards Distanz die Phantoms-Führung auf 17:6 ausbauen konnten.

Noch vor der Halbzeit verkürzte Holzgerlingens stärkster Akteur, der junge Passempfänger Kevin Wilke auf 17:13 (Extrapunkt Wilke) und brachte sein Team in einem verbissen geführten Spiel im dritten Spielviertel nach Münster-Zuspiel gar in Front.

"Die Nervenstärke, die wir zum Ende des Spiels gezeigt haben, hat uns nach der frühen Führung zunächst gefehlt. Wir haben die Twister durch kleine Fehler wieder ins Spiel kommen lassen. Dies ist einfach dem jungen Altersdurchschnitt der Mannschaft geschuldet", so Patrick Griesheimer nach dem Spiel. Mit den Passempfängern Nico Netz und Robin Gemmerich standen gleich zwei Youngster, die vor wenigen Wochen erst ihre U19-Saison beendet hatten, in der Startformation der Offense. "An Beiden werden wir noch viel Spaß haben. Die Jungs machen einen tollen Job und finden sich mit jeder Trainingseinheit besser in unserem System zurecht", zollte Griesheimer Netz und Gemmerich, die durch die Verletzungsprobleme im Team so früh in die Verantwortung genommen werden müssen, höchsten Respekt.

Gegen Nürnberg sollte sich die Fehlerquote der Phantoms - den beiden Wilke-Touchdowns gingen jeweils Wiesbadener Ballverluste voraus - aber dennoch merklich verkleinern. Am Sonntag um 15:00 trifft man auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg auf einen der ärgsten Verfolger. Mit Siegen über Darmstadt und die Frankfurt Pirates schoben sich die Rams, die zu Beginn der Spielzeit in arge Verletzungsnöte gerieten, auf den vierten Tabellenrang vor. Punktgleich mit der Frankfurt Universe liegen sie nur einen Verlustpunkt hinter den Phantoms, gegen die sie im Europaviertel Mitte Juli mit 28:31 unterlagen.

"Das war unser bestes Saisonspiel bisher. Da hat trotz den schnellen 0:14 Rückstands einfach sehr viel gepasst. Nicht zuletzt auch wieder in den Schlusssekunden, als Brain Chris seine Offense mit einem perfekten Drive in die Rams-Endzone führte. Wenn wir am Sonntag ähnlich wie beim Hinspiel auftreten, wird es ganz sicher wieder ein aufregendes, spannendes Spiel mit dem besseren Ende für uns", ist Griesheimer sich sicher.

 

Sicher ist zumindest eins: Auf Tobias Kreuzer ist Verlass, wenn es darauf ankommt. Eine gute Basis für den Kampf um Rang 2 am Sonntag um 15:00 Uhr bei den Nürnberg Rams.  

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